PRAEVENEO BLOG / GESUNDHEIT

Lohnende Investition: Check-up für Mitarbeiter

5. Dezember 2012

Gesundheitsmanagement ist eine wichtige Richtungsentscheidung: für jeden Einzelnen und für jedes Unternehmen.

Das Thema „Gesundheit der Mitarbeiter“ bekommt zunehmende Bedeutung für Firmen jeder Größe, um langfristig gesunde und leistungsfähige Mitarbeiter im Unternehmen zu haben und zu halten. Hintergrund sind die zunehmend komplexeren und beschleunigten Anforderungen in einer eng vernetzten und globalisierten Welt. Hinzu kommt gerade
in Deutschland der sich immer mehr beschleunigende demografische Wandel.
Unternehmen aller Größen werden zu kreativen und nachhaltigen Lösungen greifen müssen, um gute Führungskräfte und Mitarbeiter aller Altersgruppen (gerade auch ältere Arbeitnehmer) im Unternehmen langfristig zu binden. Dem „Kümmern um die Gesundheit“ bzw. einem sinnvollen und nachhaltigen „Betrieblichen Gesundheitsmanagement“ (BGM) kommt hierbei eine zentrale Bedeutung zu. Dieses darf jedoch auf keinen Fall ein Feigenblatt sein oder gar bevormundend wirken. Ein sinnvolles Betriebliches Gesundheitsmanagement sollte immer ein hochwertiges und ernst gemeintes Angebot zur Selbsthilfe für Führungskräfte und Mitarbeiter sein und von der Führungsspitze (und falls vorhanden dem Betriebsrat) des Unternehmens mitgetragen werden.

Suche nach Mitarbeitern gestaltet sich zunehmend schwierig

Die Suche nach neuen und qualifizierten Mitarbeitern gestaltet sich für viele Unternehmen gerade in eher strukturschwachen Regionen zunehmend schwierig. Von uns betreute Unternehmen suchen bei aktuell sehr guter Auftragslage bis zu 50 Ingenieure und finden sie nicht mehr. Personalleiter werden zunehmend mit der Frage von Bewerbern konfrontiert, was das Unternehmen zum langfristigen Erhalt der Gesundheit anbieten kann. Der Personalleiter eines großen süddeutschen Technologieunternehmens hat es einmal so ausgedrückt: „Früher bewarb sich der Mitarbeiter beim Unternehmen. Heute muss sich das Unternehmen um den Mitarbeiter bewerben“. In diesem „war of talents“ stellt ein hochwertiges BGM einen klaren Wettbewerbsvorteil dar.

Gesundheitsmanagement in der Organisation verankern

Das BGM kann folgendermaßen in Unternehmen implemtentiert werden (nach Roland Berger Strategy Consultants):

  • Analyse der Ist-Situation im Unternehmen, Festlegung von Strategie, Zielen und Maßnahmen
  • Ansprache der Zielgruppe im Unternehmen (Führungskräfte / Mitarbeiter)
  • Gewinnung von Partnern (andere Firmen, Dienstleister, Krankenversicherungen, Leistungserbringer)
  • Konzeption und Durchführung von BGM-Maßnahmen
  • Verankerung in der Organisation
  • Evaluation und Controlling der Maßnahmen

Welche Kriterien zeichnen ein qualitativ gutes Betriebliches Gesundheitsmanagement aus? Welche Bedeutung kommt dem Check-up für Führungskräfte und Mitarbeiter heute unter den geänderten Rahmenbedingungen zu? Historisch betrachtet spielt der individuelle Check-up für Führungskräfte und Mitarbeiter eine zentrale Rolle. Als wir vor über 20 Jahren mit den ersten Check-ups für Führungskräfte begannen, gab es in Deutschland nur zwei größere Anbieter dieser Leistungen. Der Check-up war ein Bonus („goodie“) überwiegend für Führungskräfte größerer Unternehmen. Die Unternehmensberatung Kienbaum prophezeite bereits damals, dass der Check-up für Führungskräfte zum festen Vertragsbestandteil wie Handy und Dienstwagen werden wird. So ist es auch gekommen. Darüber hinaus weiten immer mehr Unternehmen den Check-up auf weitere oder sogar alle Mitarbeitergruppen aus. Eine wissenschaftliche Begleitung und anonymisierte statistische Auswertung der Daten (die ärztliche Schweigepflicht ist natürlich oberstes Gebot) ist sinnvoll und kann dazu dienen, das BGM langfristig sinnvoll zu steuern bzw. Schwerpunkte zu setzen.

Führungskräfte: gesundheitliche Leuchttürme im Unternehmen

Inhaltlich standen früher die möglichst evidenzbasierte Einschätzung des persönlichen Herz-Kreislauf-Risikos (z. B. Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko) und die Krebsfrüherkennung und -vorbeugung im Vordergrund. Die Untersuchungen waren eher organisch ausgerichtet. Themen wie Stress- und Burn-out-Gefährdungsanalyse spielten in den 80er-Jahren quasi keine Rolle. Die Arbeitsmediziner in den Firmen kümmerten sich um die Mitarbeiter im Sinne von Bildschirmarbeitsplatzbeurteilung, Rückengesundheit, Seh- und Hörtest, Impfungen und Gesundheitstagen. Eine zentrale Steuerung und Integration der Leistungen fand nicht statt. Gerade hier hat sich in den vergangenen Jahren ein radikaler Wandel vollzogen.
Der Check-up für Führungskräfte und zunehmend weitere Mitarbeitergruppen stellt unter den oben genannten Qualitätskriterien die höchste Qualitätsstufe des BGM dar. Neben der genauen Beurteilung der gesundheitlichen Ist-Situation ist es wichtig, den Führungskräften auch ihre Rolle als „gesundheitliche Leuchttürme“ im Unternehmen zu verdeutlichen. Das eigene Gesundheitsverhalten hat enormen Einfluss auf das Gesundheitsverhalten der Mitarbeiter und darf nie unterschätzt werden. Gesundheitskompetente Führungskräfte erkennen auch rechtzeitig ein drohendes Burn-out-Syndrom ihrer Mitarbeiter und natürlich hoffentlich auch bei sich selbst. Bei Toyota in Japan hängt ein Teil des Bonus der Führungskräfte auch vom Gesundheits- und Fitnesszustand ihrer Teams ab.
Folgende Qualitätskriterien für einen Check-up für Führungskräfte und Mitarbeiter sind wichtig:

  • Fachärzte (meist für Innere Medizin) mit langjähriger Erfahrung im Bereich der Präventivmedizin und Beratungskompetenz werden eingesetzt
  • Die Präventivmedizin (Check-up) ist Kernkompetenz des Dienstleisters
  • Ein Arzt betreut nur wenige, im Regelfall zwei Führungskräfte oder Mitarbeiter pro Tag
  • Das ausführliche Beratungsgespräch ist das Herzstück des Check-ups und dauert mindestens eine Stunde

Idealerweise erfolgt im Rahmen des Check-ups eine ganzheitliche Betrachtung des momentanen physischen und psychischen Gesundheitszustandes unter Berücksichtigung der gesamten Gesundheits- bzw. Krankheitsvorgeschichte und der aktuellen privaten und beruflichen Belastungen.

Medizinisch-psychologische Inhalte des Check-ups

Unverändert gehen in Deutschland jährlich ca. 50 Prozent der Todesfälle auf Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems zurück. Todesursache Nummer eins ist der Herzinfarkt, wobei der Schlaganfall immer häufiger wird. Aktuelle Studien zeigen, dass über 90 Prozent der Herzinfarkte auf bekannte und beeinflussbare Risikofaktoren zurückzuführen sind (zum Beispiel Tabakkonsum, Bluthochdruck, Zuckerkrankheit). Der Check-up analysiert diese Faktoren genau, bewertet exakt das Risiko und gibt genaue Empfehlungen, wie durch eine gezielte Lebensstiländerung das Risiko verbessert werden kann. Hierbei spielt die Analyse des Bewegungs- und Ernährungsverhaltens eine wichtige Rolle. Oft können durch kleine Änderungen große Effekte erzielt werden.
Im Vordergrund steht es aber, auch Lust auf Gesundheit und nicht Angst vor Krankheit zu machen. Genuss und Gesundheit sind kein Widerspruch, ganz im Gegenteil. Es geht nicht um Diät und Askese, sondern um den goldenen Mittelweg.
Nur in einem Punkt müssen wir leider sehr klar sein: Die Massenvernichtungswaffe Nummer eins in der Welt ist der Tabakkonsum. Nichts tötet mehr. In einer Studie für ein Unternehmen konnten wir zeigen, dass ein Großteil der Führungskräfte und Mitarbeiter nach dem ersten Check-up das Rauchen endgültig aufgeben. Im Vergleich zur Gesamtbevölkerung rauchen bereits erfreulich wenige Führungskräfte. Das Nichtraucherschutzgesetz hat bereits viel Positives bewirkt und hilft auch Rauchern. Unternehmen sind bereits ganz überwiegend rauchfreie Zonen.
Untersuchungen und die Beratung zu altersgruppenspezifisch sinnvollen Krebsfrüherkennungsuntersuchungen stellen einen weiteren Teil des Check-ups dar. Noch viel wichtiger sind aber Empfehlungen zur Krebsvorbeugung. Durch einen gesunden Lebensstil kann man einem Großteil möglicher Krebserkrankungen vorbeugen. Dieser beinhaltet Nichtrauchen, regelmäßige körperliche und sportliche Aktivitäten, eine ausgewogene Ernährung, ein normales Körpergewicht. Und natürlich spielt bei diesem Thema auch die familiär-genetische Belastung eine wichtige Rolle (z. B. beim Dickdarmkrebs).

Da selbst mit den modernsten diagnostischen Methoden eine 100prozentige Krebsfrüherkennung leider nicht möglich ist, sollte größter Wert auf Krebsprävention durch eine gesunde Lebensführung gelegt werden.
Das aktuelle Mega- und leider auch Modethema ist die Gefährdung der psychischen Gesundheit durch Stressüberlastung im Beruf oder Privatleben. Grundsätzlich ist Stress nicht ungesund. Wenn er jedoch zu lange andauert und negativ belastet ist, kann er massiv unsere Gesundheit gefährden und zu Depression und chronischer Erschöpfung führen. Voraussetzung ist aber auch eine bestimmte Persönlichkeitsstruktur, die prädisponiert ist. Ein betroffener Manager drückte es einmal so aus: „Last trifft auf Persönlichkeit“. Auch wir stellen grundsätzlich einen prozentualen Anstieg betroffener Führungskräfte und Mitarbeiter fest.

Stärkung der eigenen Ressourcen steht im Vordergrund

Im Rahmen des Check-ups sollte eine Stress- bzw. Burn-out-Gefährdungsanalyse mittels Gespräch und wissenschaftlich validiertem Fragebogen erfolgen. Hierdurch erfolgt eine Erhebung der psychischen Belastungen, vor allem aber auch der vorhandenen Ressourcen. Auf Basis der erhobenen Befunde können dann weitere Maßnahmen (z. B. psychologisches Coaching, Stress-Seminar) konkret festgelegt und eingeleitet werden. Im Vordergrund steht immer die Stärkung der eigenen Ressourcen, um aus der Opferrolle wieder an das Lenkrad des eigenen Lebens zu gelangen.

Betriebliche Prävention zahlt sich auch volkswirtschaftlich aus

Natürlich sollte ein Check-up auch alle anderen gesundheitlichen Probleme der Mitarbeiter und Führungskräfte berücksichtigen und darauf eingehen. Das Ziel, die Gesundheit des Einzelnen langfristig zu erhalten und zu stärken und somit auch den Unternehmen langfristig leistungsfähige Mitarbeiter zu erhalten, erreichen wir insbesondere dann, wenn wir uns als Dienstleister und Partner auf gleicher Augenhöhe begreifen. Nur mit einem menschlich-warmen und sozial kompetenten Check-up erreichen wir unsere Kunden und deren Einsicht in eine eventuell erforderliche (und manchmal schwer umsetzbare) Änderung des Lebensstils.

  • Unbedingt notwendige Inhalte des Check-ups sind
  • Erhebung des Herz-Kreislauf-Risikoprofils, genaue Einschätzung des Risikos (Wie alt bin ich wirklich? Wie fit bin ich wirklich?) und umfassende Beratung zum Lebensstil
  • Individuelle und validierte Stressanalyse und -beratung. Konkrete Einleitung notwendiger Maßnahmen
  • Beratung zur Krebsvorbeugung und Möglichkeiten zur Krebsfrüherkennung (z. B. Labor, Ultraschall)
  • Alle sonstigen Gesundheitsthemen (z. B. Impfungen, Beratung zu akuten Erkrankungen)

Der Gesundheits-Check-up stellt eine äußerst lohnende Investition in die Gesundheit der Führungskräfte und Mitarbeiter dar, sofern bestimmte Qualitätskriterien eingehalten werden. Durch das 1:1-Coaching und den umfassenden Ansatz ist er höchst individuell. Besonders effizient ist er dann, wenn er in das gesamte Betriebliche Gesundheitsmanagement der Firmen fest und nachhaltig eingebunden wird.
Eine aktuelle Studie der Felix-Burda-Stiftung zum Thema Gesundheitsmanagement in Unternehmen geht davon aus, dass sich jeder in betriebliche Prävention investierte Euro auch auf volkswirtschaftlicher Ebene mit fünf bis 16 Euro auszahlt. Diese Berechnungen stehen noch am Anfang, belegen aber, dass sich Gesundheitsvorsorge im Unternehmen bezahlt macht und nicht nur kostet!

Nachhaltigkeit, Wirtschaftlichkeit und Qualität

Unsere Vision ist die selbstverständliche Integration einer gesundheitsorientierten Unternehmensführung in die Unternehmensstrategie. Selbstverständlich wie Nachhaltigkeit, Wirtschaftlichkeit und Qualität!